Innenpolitik und Recht

Demokratie ist weder selbstverständlich noch unveränderlich. Sie muss jeden Tag neu erkämpft werden. Demokratie braucht konstruktiven Streit, die ehrliche Suche nach Lösungen und die Bereitschaft zu zielführenden Kompromissen, gerade in Zeiten umfassender Krisen und schnellen Wandels.

Wir Grüne stehen an der Seite der demokratischen Zivilgesellschaft. Die extreme Rechte in all ihren Formen innerhalb und außerhalb der Parlamente stellt aktuell die größte Bedrohung für die offene demokratische Gesellschaft dar. Diese Bedrohung werden wir weiter engagiert bekämpfen. Dafür wollen wir die vielfältige demokratische Zivilgesellschaft und die Sicherheitsbehörden stärken.

Bürgernahe Polizei schaffen

Unsere Innenpolitik stellt die Freiheit und Sicherheit aller Menschen in ihren Mittelpunkt. Wir setzen uns für eine bürgerfreundliche Polizei ein, die transparent, evidenzbasiert und grundrechtsschonend handelt. Dafür braucht sie eine angemessene Ausstattung und das notwendige vielfältig qualifizierte Personal. In der letzten Legislatur haben wir uns erfolgreich für eine personelle Aufstockung der Polizei von Sachsen-Anhalt eingesetzt. Polizistinnen und Polizisten sollen von administrativen Aufgaben entlastet werden, damit sie mehr Zeit für den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürger haben. Außerdem wollen wir eine Fahrradstaffel einführen, um die Perspektive von Radfahrenden und Fußgängern besser in die polizeiliche Arbeit zu integrieren.

Unsere Polizei ist eine Polizei für alle Bürgerinnen und Bürger. In der Polizeiausbildung wollen wir die politische Bildung und die interkulturelle Kompetenz weiter stärken. Es muss innerhalb der Polizei selbstverständlich werden, Fehler offen zu analysieren, um Missständen in den eigenen Reihen entgegenzuwirken. Um das Vertrauen in die Institution Polizei zu stärken, braucht sie eine unabhängige und demokratische Kontrolle. Nachdem wir uns letzte Legislatur für die Einführung der Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamtinnen und -beamten stark gemacht haben, wollen wir einen unabhängigen Polizeibeauftragten einsetzen, an den sich sowohl Polizistinnen und Polizisten aber auch Bürgerinnen und Bürger vertraulich wenden können.

Justiz stärken

Die Justiz stellt eine zentrale Säule des Rechtsstaates dar. Sie leidet aber an hoher Arbeitsbelastung und daran, dass viele Mitarbeitende demnächst in Ruhestand gehen werden. Wir wollen den Justizbetrieb insbesondere auch an den kleineren Gerichtsstandorten in den ländlichen Räumen in guter Qualität aufrechterhalten. Dafür braucht es eine auskömmliche Personalausstattung und bessere Technik.

Haft macht keine besseren Menschen. Deshalb sollen Ersatzfreiheitsstrafen durch besser geeignete Instrumente wie gemeinnützige Arbeit vermieden werden. Wir wollen mehr Möglichkeiten zum freiwilligen Täter-Opfer-Ausgleich. Bei Bagatelldelikten setzen wir uns für eine Abkehr von der Strafbarkeit und Herabstufung zur Ordnungswidrigkeit ein.

Hasskriminalität engagiert bekämpfen

Immer mehr Menschen werden Opfer von Hasskriminalität, insbesondere im Internet. Diese Fälle müssen aber zwingend zur Anzeige gebracht und konsequent geahndet werden. Dazu braucht es eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft „Hasskriminalität“, um personelle Ressourcen und Expertise zur Strafverfolgung zu bündeln.

Mehr Beteiligung für Bürgerinnen und Bürger

Wir wollen Bürgerräte auf kommunaler und auf Landesebene einführen. Per Los sollen Menschen in einem strukturierten Prozess in repräsentativen Gruppen zusammengeführt werden, um konkrete Fragestellungen gemeinsam zu bearbeiten. Am Ende sollen Empfehlungen an die Politik abgegeben werden, die diese zwingend beraten muss.

Alle Einwohnerinnen und Einwohner in Sachsen-Anhalt sollen an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen teilhaben. Jugendliche, Geflüchtete, EU-Bürger und -bürgerinnen und Migrantinnen und Migranten wollen sich aktiv einbringen. Deshalb soll das Wahlalter bei Kommunal- und Landtagswahlen auf 14 Jahre gesenkt und das Wahlrecht für die genannten Gruppen geöffnet werden.

Bevölkerungsschutz stärken

Zunehmende Dürre-, Starkregen- und Hitzeperioden sowie die Pandemie in den vergangenen Jahren stellen den Katastrophenschutz vor neue Herausforderungen. Wir fordern daher eine neue ressortübergreifende Resilienz-Strategie. Bestehende Katastrophenschutz- und Hilfsstrukturen sollen ausgebaut, angepasst und besser vernetzt werden.

 

Artikel zu Innenpolitik und Recht:

Profilbild Sebastian Striegel

Sebastian Striegel

Sprecher für Demokratie, Innen, Recht, Energie, Digitales Leben, Religion
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Pressemitteilungen

KI generiert: Ein älteres Paar steht mit besorgtem Gesichtsausdruck an einer Tür und hält Geldscheine in der Hand, während sie mit einer Person in einem Kapuzenpullover sprechen. Die Szene deutet auf eine potenziell angespannte oder besorgniserregende Situation hin.
07.08.26

SENIORINNEN UND SENIOREN BLEIBEN ZIEL VON ENKELTRICK UND SCHOCKANRUFEN

Das Land braucht eine Strategie

Seniorinnen und Senioren in Sachsen-Anhalt werden immer häufiger Opfer von Betrugsdelikten wie Enkeltrick oder Schockanrufen. Die Schäden liegen inzwischen im zweistelligen Millionenbereich.
Sebastian Striegel, innenpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt, sagt dazu: „Wir sehen seit Jahren, dass diese Betrugsdelikte in der Tendenz zunehmen. Den Taterfolg können wir nur mit mehr Aufklärung und Prävention verhindern. Hier hat die Landesregierung das Thema wiederholt auf die Agenda gesetzt. Das ist richtig. Auch Familien und Freundeskreise können viel tun, indem sie mit ihren Großeltern, Eltern oder älteren Nachbarinnen und Nachbarn darüber sprechen und klare Absprachen treffen, was in einem solchen Fall zu tun ist.

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KI generiert: Das Bild zeigt die Seite eines blauen Polizeiautos mit der Aufschrift "POLIZEI". Der Schwerpunkt liegt auf dem Schriftzug und einem Teil der Fahrzeugtür und des Rades.
07.08.26

POLIZEI BRAUCHT MEHR ALS UNIFORMEN

Wer mehr Polizei auf der Straße will, muss den Rücken freihalten

Die Polizeiverwaltung in Sachsen-Anhalt ist deutlich geschrumpft. Ende 2015 waren dort noch 1.214 Beschäftigte im aktiven Dienst tätig, Mitte 2026 sind es nur noch 967. Damit fehlen gegenüber 2015 insgesamt 247 Beschäftigte. Gleichzeitig ist der Polizeivollzug deutlich gewachsen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des innenpolitischen Sprechers der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Sebastian Striegel, hervor. Die Landesregierung stellt selbst fest, dass damit ein wachsender Personalkörper im Polizeivollzug einer abnehmenden Zahl von Beschäftigten in der Polizeiverwaltung gegenübersteht.
„Eine leistungsfähige Polizei braucht mehr als Uniformen. IT, Kriminaltechnik, Verwaltung, medizinische Dienste und andere Fachbereiche halten den Polizeibetrieb am Laufen. Wer den Vollzug stärkt, muss deshalb auch den Maschinenraum stärken. Genau das ist in den vergangenen Jahren nicht passiert. Die Landesregierung muss diese Schieflage endlich korrigieren“, sagt Striegel.

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KI generiert: Das Bild zeigt eine fliegende Drohne mit schwarzen Propellerschutzringen vor einem Hintergrund aus grünen, unscharfen Blättern. Die Drohne befindet sich in der Luft und ist der Hauptfokus des Bildes.
06.08.26

Wachsamkeit ist der Schutzschild unserer Freiheit

WACHSAM BLEIBEN. FREIHEIT SCHÜTZEN. INFRASTRUKTUR SICHERN.

Zum Fund einer Drohne mit Sprengvorrichtung am Flughafen Leipzig/Halle erklärt Sebastian Striegel, innenpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion:
 „Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle zeigt eine neue Qualität der Bedrohung. Eine Drohne mit Sprengvorrichtung im Sicherheitsbereich eines Flughafens ist kein abstraktes Szenario aus Sicherheitsberichten. Das ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf kritische Infrastruktur und auf das Sicherheitsgefühl der Menschen in Mitteldeutschland.

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Markus Wulff

Referent für Innen, Recht und Verfassung; Justiziariat