02.03.2026

Zeit für die Bahnoffensive in Sachsen-Anhalt

VOLLE ZÜGE SIND EIN KOMPLIMENT.
Die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktionsvorsitzenden und Mobilitätssprecherin Cornelia Lüddemann macht deutlich: Das Deutschlandticket wirkt. Die Fahrgastzahlen steigen, und auch der Blick auf 2023 bestätigt den Trend. Immer mehr Menschen wollen klimafreundlich und bezahlbar unterwegs sein, wenn das Angebot zuverlässig ist und Platz bietet.

Cornelia Lüddemann erklärt: „Wo die Nachfrage wächst, darf Politik nicht defensiv bleiben. Die Landesregierung benennt punktuelle Überlastungen, etwa auf den Linien S5 und S5X zwischen Halle und Leipzig. Dass hier noch in diesem Jahr Kapazitäten erhöht werden sollen, ist richtig. Aber es reicht nicht, nur die größten Brennpunkte zu verwalten. Wir brauchen spürbare Verbesserungen im ganzen Land.“

Zugleich zeigt die Antwort, wie groß die Baustellen weiter sind. Im Dieselnetz leidet der Betrieb unter unzureichender Fahrzeugverfügbarkeit, technischen Problemen und bundesweiten Beschaffungsengpässen. Infrastrukturengpässe wie zu kurze Bahnsteige und fehlende Trassen begrenzen die Kapazität, ohne dass sie strukturell aufgelöst werden. Besonders brisant ist das für Regionen wie den Harz: Wenn Bahnsteighöhen und Fahrzeughöhen nicht zusammenpassen und damit die Barrierefreiheit über Jahre eingeschränkt ist, trifft das Pendlerinnen und Pendler ebenso wie den Tourismus. Sachsen-Anhalt ist ein Pendlerland, das zeigt sich auch an den Verflechtungen rund um Halle bis in die Nachbarländer hinein.

Lüddemann fordert: „Das Land muss endlich Tempo machen und den Druck auf die Deutsche Bahn deutlich erhöhen. Wir erwarten klare Schritte bei Planung, Finanzierung und Umsetzung, damit Engpässe bei Bahnsteigen, Trassen und Fahrzeugen nicht zum Dauerzustand werden. Elektrifizierung und Modernisierung sind längst überfällig, wer jetzt weiter auf Verschleiß fährt, gefährdet Akzeptanz und Klimaziele zugleich.“

Für uns ist klar: Volle Züge sind kein Problem, sie sind ein Kompliment. Die Menschen haben sich entschieden. Jetzt ist die Landesregierung in der Pflicht, aus Nachfrage ein besseres Angebot zu machen.

Yves Rackwitz

Presse und Kommunikation