22.04.2026

Wir brauchen endlich Platz, Schutz und Priorität fürs Fahrrad

Radverkehr raus aus der Abstellkammer.
Wir fordern den konsequenten Ausbau und die qualitative Aufwertung des Radverkehrs in Sachsen-Anhalt. Fahrradverkehr ist mehr als nur Tourismus und Freizeitverkehr.

Obwohl der Radverkehr ein fester und unverzichtbarer Bestandteil der alltäglichen Mobilität und ein nachhaltiger Wirtschaftsfaktor für die Menschen in Sachsen-Anhalt ist, behandelt die Landesregierung das Rad wie ein Verkehrsmittel zweiter Klasse.

Dazu erklärt Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende und mobilitätspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Das Fahrrad wird organisiert benachteiligt. Es fehlen verbindliche Qualitätsstandards, Wege enden abrupt oder Baustellen werden ohne brauchbare Umleitung geplant. Wer in Sachsen-Anhalt mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht oft nicht nur Kondition, sondern vor allem Geduld und Mut.“

Für uns ist klar: Das Fahrrad muss endlich als gleichberechtigtes Verkehrsmittel behandelt werden. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten und teurer Mobilität ist das Rad für viele Menschen die günstigste, gesündeste und verlässlichste Alternative. Wer Entlastung ernst meint, darf den Radverkehr nicht länger auf den Randstreifen der Politik schieben. Dafür fordert die grüne Landtagsfraktion eine stärkere Sensibilisierung und fachliche Unterstützung der Behörden. Standards für Radwege sind landesweit noch nicht erreicht, Beschilderungen uneinheitlich und viele Strecken weisen Sicherheitsdefizite auf.

„Sicherheit und Qualität entscheiden darüber, ob Menschen aufs Rad steigen oder aus Angst doch wieder mit dem Auto fahren. Deshalb brauchen wir verbindliche Qualitätsstandards, sichere und durchgängige Wege, gute Abstellmöglichkeiten und eine Planung, die Radverkehr nicht länger mit dem Bare Minimum abspeist“, so Lüddemann.

Die Realität zeigt den Handlungsdruck deutlich. Allein 2024 kam es zu mehr als 3.000 Unfällen mit Radfahrenden, 16 Menschen verloren dabei ihr Leben. Für Bündnis 90/Die Grünen ist deshalb klar: Wer Menschenleben schützen will, muss die Verkehrspolitik endlich neu ausrichten.