29.01.2026

Rückzug von X und Aufbau einer demokratischer Kommunikationsinfrastruktur

Wo Desinformation regiert, darf der Staat nicht senden.
Wir fordern eine grundlegende Neuausrichtung der digitalen Kommunikation des Landes. Sebastian Striegel, digitalpolitischer Sprecher der Fraktion, erklärte im Landtag: „Staatliche Kommunikation darf kein X-Faktor sein. Wo demokratische Standards untergraben, und gezielte Desinformation verbreitet werden, hat Sachsen-Anhalt nichts verloren.“

Im Fokus steht die Plattform X, ehemals Twitter. Diese sei inzwischen ein Ort der algorithmischen Verzerrung, der Hassrede und gezielten Sabotage demokratischer Diskurse. Für uns ist klar: Wer dort staatlich kommuniziert, stärkt Strukturen, die das Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat systematisch untergraben.

Unser Antrag verlangt, dass das Land nur auf Plattformen aktiv bleibt, die Datenschutz, Transparenz und demokratische Standards erfüllen. Eine plural aufgestellte Plattformstrategie soll dabei helfen, die staatliche Kommunikation krisenfest und unabhängig zu gestalten. Ziel ist eine digitale Infrastruktur, die nicht von Milliardären oder undurchsichtigen Algorithmen gesteuert wird, sondern dem Gemeinwohl dient.

Zugleich soll sich Sachsen-Anhalt auf Bundes- und EU-Ebene für eine unabhängige, öffentlich getragene Kommunikationsplattform einsetzen. Denn digitale Souveränität ist eine Frage der demokratischen Selbstbehauptung.

Striegel machte deutlich: „Wenn Plattformen Deepfakes, sexualisierte Darstellungen und Hetze dulden, ist es nicht mutig, dort zu bleiben, sondern notwendig, Konsequenzen zu ziehen.“ Sachsen-Anhalt brauche verlässliche Kanäle, die Vertrauen schaffen, statt Vertrauen zu verspielen. Staatliche Kommunikation gehört in Räume, die Demokratie schützen.

Yves Rackwitz

Presse und Kommunikation