20.05.2026

Rendite darf am Krankenbett nicht das letzte Wort haben.

Sachsen-Anhalt braucht Krankenhäuser, die für Menschen da sind. 
Zur Debatte um die Forderungen von AMEOS und dem Salzlandkreis erklärt Susan Sziborra-Seidlitz, gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:
 „Gesundheit darf kein Geschäftsmodell sein. Wer krank ist, braucht Nähe, Verlässlichkeit, Expertise und Menschlichkeit.“ Nach Medienberichten fordert AMEOS vom Salzlandkreis knapp sechs Millionen Euro. Zugleich stehen Forderungen des Landkreises gegenüber AMEOS in ähnlicher Höhe im Raum. Über die rechtlichen Fragen werden Gerichte entscheiden. Politisch aber ist der Vorgang ein lauter Weckruf: 

Sachsen-Anhalt braucht Krankenhäuser, die zuerst für die Menschen da sind und nicht für Renditeerwartungen.

„Im Salzlandkreis geht es nicht um irgendeinen Vertrag. Es geht um Vertrauen. Es geht um die Sicherheit für die Menschen, dass im Ernstfall ein Krankenhaus erreichbar ist und die Versorgung hält.“

Sziborra-Seidlitz betont, dass Trägervielfalt in der Krankenhauslandschaft sinnvoll sein kann. Kommunale, gemeinnützige und private Träger können gemeinsam Versorgung sichern. Doch wer private Marktakteure in ein so sensibles System holt, braucht klare Regeln, starke Kontrolle und eine Finanzierung, die Gemeinwohl belohnt. „Der Markt darf im Krankenhaus nicht der Chefarzt sein. Versorgung braucht Leitplanken, damit aus Patientinnen und Patienten nicht einfach nur Fallpauschalen mit Puls werden.“

Die grüne Fraktion unterstützt deshalb den politischen Kern des Antrags. Entscheidend ist eine Krankenhausreform, die Vorhaltefinanzierung, Qualitätsstandards und Personalvorgaben stärkt. Krankenhäuser müssen dafür abgesichert werden, dass sie für eine Region bereitstehen, auch wenn nicht jede Leistung maximal lukrativ ist.

„Sachsen-Anhalt ist ein Flächenland. Zwischen Harz, Salzland und Altmark zählt jeder Standort, jede Pflegekraft, jede verlässliche Struktur. Gute Versorgung ist Daseinsvorsorge. Sie hält unser Land zusammen.“

Die Botschaft sei klar: Krankenhäuser gehören nicht auf den Spieltisch von Finanzstrategen, sondern fest an die Seite der Menschen.