31.03.2026

LEUNA HÄLT ZUSAMMEN UND SICHERT ZUKUNFT

Die Rettung von DOMO zeigt die Kraft des Standorts
Zur heute bekannt gewordenen Rettung der DOMO-Anlagen in Leuna erklärt die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt:
 Die gefundene Lösung über InfraLeuna und Leuna Harze ist nach schweren Wochen vorerst eine gute Nachricht für die Beschäftigten, ihre Familien und den gesamten Chemiestandort Leuna. Kurz vor Fristablauf gibt es eine Perspektive, die Hunderte Arbeitsplätze sichern und schweren Schaden vom industriellen Verbund in Leuna abwenden kann.

Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, erklärt: „Dass nun eine Lösung aus dem Standort selbst heraus möglich geworden ist, ist ein starkes Signal. Diese Rettung war eine schwere, am Ende aber erfolgreiche Geburt. Sie zeigt, wie viel Kraft, Verantwortung und Beharrlichkeit in den Partnern des Verbunds am Standort Leuna stecken. Unser Dank gilt allen, die in den vergangenen Wochen dazu beigetragen haben, diese Lösung im Interesse der Beschäftigten und der Zukunft des Standorts möglich zu machen. Die Landesregierung darf diesen Tag aber nicht einfach als eigenen Erfolg verbuchen. Wer erst reagiert, wenn der Absturz unmittelbar bevorsteht, betreibt keine vorausschauende Industriepolitik. Sachsen-Anhalt braucht endlich eine klare Strategie für eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Chemie, die Standorte stabilisiert, Beschäftigung sichert und Zukunftsmärkte erschließt.“

Sebastian Striegel, energiepolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt: „Die jetzt absehbare Rettung ist mehr als eine gute Nachricht in letzter Minute. Sie eröffnet die Chance, die Anlagen in Leuna neu am Markt zu positionieren, neue Absatzmärkte zu erschließen und den Wandel am Chemiestandort entschlossen voranzutreiben. Klar ist aber auch: Mittel- und langfristig werden die DOMO-Anlagen nur dann bestehen, wenn Prozesse weiter optimiert und neue Zukunftsfelder erschlossen werden. Dafür muss schon heute gezielt in Forschung und Entwicklung investiert werden. Nur so lassen sich industrielle Substanz und gute Arbeitsplätze dauerhaft sichern.

Die nun erfolgte Rettung musste gegen eine untätige Bundeswirtschaftsministerin erreicht werden, die seit Wochen kein Interesse an Leuna und den hier Beschäftigten gezeigt hat. Hinzu kommt: Die von Katherina Reiche (CDU) betriebene fossile Energiepolitik schadet Sachsen-Anhalt schon heute massiv, weil sie neue Unsicherheiten schafft. Nur mit 100 Prozent erneuerbaren Energien hat auch Sachsen-Anhalts Chemieindustrie perspektivisch eine Zukunft.“

Die Grünen im Landtag sehen in der Rettung ein wichtiges Signal für Leuna. Dauerhafte Sicherheit entsteht aber nur, wenn wirtschaftliche Vernunft, ökologische Modernisierung und verlässliche Industriepolitik endlich zusammengedacht werden. Leuna hat das Potenzial, Vorreiter einer modernen Chemieindustrie zu sein. Dafür braucht es mehr als Krisenmanagement in letzter Minute.