Das hat schwerwiegende Konsequenzen. Denn nur an wenigen Förderschulen in Sachsen-Anhalt kann man einen Schulabschluss machen. Die allermeisten Kinder, die eine Förderschule besuchen, haben später keine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt und arbeiten stattdessen für viel zu wenig Geld in einer Werkstatt. Das System der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung beginnt in Sachsen-Anhalt früh, bereits in der Schule“, kritisiert Susan Sziborra-Seidlitz, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion.
Sziborra-Seidlitz fordert einen grundlegenden Kurswechsel: „Dieses System muss durchbrochen werden. Wir Grüne wollen, dass der gemeinsame Unterricht in der Regelschule die Normalität wird. Der erste Schritt ist für uns die Auflösung der Förderschule Lernen nach niedersächsischem Vorbild. Gleichzeitig müssen zügig die Voraussetzungen für den gemeinsamen Unterricht an allen Schulen in Sachsen-Anhalt geschaffen werden.“
Hintergrundinformationen:
Die Exklusionsquote, also die Anzahl der Schüler*innen an Förderschulen im Verhältnis zur Gesamtzahl der Schüler*innen an öffentlichen Schulen, ist vom Schuljahr 2023/24 bis zum Schuljahr 2025/26 von 6,4 Prozent auf 6,6 Prozent gestiegen und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt von 4,3 Prozent im Schuljahr 2024/25.
Auch die Anzahl der Schüler*innen, die an Förderschulen beschult werden, ist weiter gestiegen: Im Schuljahr 2023/24 waren es 11.922 Schülerinnen. Im Schuljahr 2025/26 waren es bereits 12.333.
Dagegen sank die Anzahl der Schüler*innen, die inklusiv gemeinsam beschult werden: Im Schuljahr 2023/24 waren es 5.349 Schülerinnen. Im Schuljahr 2025/26 waren es nur noch 4.965.
