10.05.2024

Gute Pflege. Eine Sache des Kopfes nicht (nur) des Herzens.

Alljährlich wird am 12. Mai mit dem internationalen Tag der Pflege zum einen an den Geburtstag von Florence Nightingale, der Pionierin der modernen Krankenpflege, erinnert. Zum anderen werden mit Aktionen und Feierlichkeiten die Pflegefachkräfte und ihre verdienstvolle Arbeit in den Fokus gerückt.

„Der internationale Tag der Pflege darf sich nicht auf den Applaus für einen selbstlosen Einsatz für Pflegebedürftige beschränken, vielmehr geht es um die Anerkennung und Wertschätzung für ihre Arbeit. Es ist nicht das sprichwörtliche gute Herz, das zu beruflicher Pflege befähigt, sondern vor allem Sachverstand, Leitlinien und eine selbstbestimmte Berufsausübung“, betont Susan Sziborra-Seidlitz, gesundheitspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion und selbst examinierte Pflegefachkraft.

„Die größte Gruppe der Beschäftigten im Gesundheitsbereich hat immer noch die leiseste Stimme. In der Selbstverwaltung und der Politik kommt die Pflege meist nicht vor. Das muss sich ändern. Dafür braucht es wirksame und legitimierte Instrumente der Selbstvertretung, damit die Pflege in so wichtigen Bereichen wie dem gemeinsamen Bundesausschuss oder auch Fachgremien auf Bundesebene einen gleichberechtigten Platz neben der Ärzteschaft, anderen Gesundheitsberufen und den Krankenkassen bekommt“, fordert Sziborra-Seidlitz. 

„Auf Augenhöhe mit den Ärzt*innen kommt die Pflege erst dann, wenn wir ihre Akademisierung voranbringen. Mehr Studienplätze, mehr Pflege-Professuren und damit mehr eigenständige Pflegeforschung. Nicht der selbstlose Einsatz am Nächsten macht gute Pflege aus, sondern das Arbeiten als hochqualifizierte Fachkraft. Die Pflege muss sich um sich selbst kümmern, so sehr ihre Arbeit auch auf das Wohl Dritter gerichtet ist. Für gute Pflege braucht es eine starke Pflege, die ihre Interessen wirkmächtig vertritt, sich als Profession selbst ernst nimmt und mit verdient breiter Brust im kollegialen Austausch mit den anderen Berufen im Gesundheitssystem steht. Denn nur so geht echte Multiprofessionalität,“ schließt Sziborra-Seidlitz ab. 

Mathilde Lemesle

Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation