„Die Zahlen räumen mit einem alten Märchen auf. Klimaschutz und modernes Wirtschaften sind keine Jobkiller. Sie sind längst Teil des Arbeitsmarktes in Sachsen-Anhalt. Fast jede dritte Stellenanzeige sucht Tätigkeiten oder Kenntnisse mit Bezug zur Green Economy. Wer die ökologische Modernisierung unserer Wirtschaft ausbremst, bremst damit auch Chancen für Beschäftigung, Fachkräfte und Wertschöpfung im Land.“
Im Bundesländervergleich liegt Sachsen-Anhalt beim relativen Anteil noch vor Bayern, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Besonders stark ist das Land in der Kreislaufwirtschaft. 42.011 Stellenanzeigen und damit 18,53 Prozent aller Online-Stellenanzeigen weisen hier einen Bezug auf. Kein anderes Bundesland erreicht einen höheren Anteil.
Meister weiter: „Sachsen-Anhalt hat bei der Kreislaufwirtschaft einen echten Standortvorteil. Jetzt muss daraus eine wirtschaftspolitische Strategie werden. Reparieren, wiederverwenden und recyceln spart Rohstoffe, senkt Abhängigkeiten und schafft regionale Wertschöpfung. Das ist keine ökologische Nische, sondern handfeste Wirtschaftspolitik.“
Die Grünen fordern deshalb, die vorhandenen Stärken gezielter mit Fachkräftepolitik, Ausbildung und regionaler Wirtschaftsförderung zu verbinden. Berufsschulen, Hochschulen und Weiterbildungsangebote müssten stärker auf die tatsächliche Nachfrage der Betriebe reagieren. Gleichzeitig müsse das Land Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und Wiederverwendung stärker in seiner Wirtschafts- und Beschaffungspolitik verankern.
„Die Nachfrage ist längst da. Die Landespolitik muss endlich aufhören, Transformation nur als Belastung zu behandeln. Sachsen-Anhalt kann davon wirtschaftlich profitieren, wenn wir die vorhandenen Stärken ausbauen, Fachkräfte sichern und Wertschöpfung im Land halten“, so Meister.
