Susan Sziborra-Seidlitz, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, kritisiert: „Inklusion scheitert in Sachsen-Anhalt an fehlender Entschlossenheit. Das CDU-geführte Bildungsministerium hält am Förderschulmodell fest und fördert damit Aussonderung statt gemeinsamen Lernens. Wer Chancengerechtigkeit als politischen Auftrag begreift, der sorgt für gute Rahmenbedingungen für gemeinsamen Unterricht an den Regelschulen.“
Ohne diese Voraussetzungen bleibt der Elternwille eine Scheinwahl. Viele Familien müssen sich entscheiden zwischen gemeinsamem Unterricht an Schulen, die nicht ausreichend ausgestattet sind, oder Sonderräumen, die Schutz bieten, aber oft zu wenig Wege in ein selbstbestimmtes Leben eröffnen. Schüler*innen von Förderschulen haben später häufig geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt und arbeiten überwiegend in Werkstätten. So werden viele Potenziale verschenkt, für die betroffenen Menschen selbst, die häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen verbleiben und ebenso wie für den Arbeitsmarkt, der dringend Fach- und Arbeitskräfte benötigt.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass wir im Jahr 2026 die UN-Behindertenrechtskonvention in der Bildung weiter nur auf dem Papier erfüllen“, bekräftigt Sziborra-Seidlitz. „Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Bildung. Wir fordern ein gesetzlich verankertes Recht auf gemeinsamen inklusiven Unterricht an Regelschulen ohne Vorbehalt. Das Land muss Förderschulen schrittweise in Regelschulen überführen und die Sonderpädagog*innen so einsetzen, dass inklusiver Unterricht flächendeckend und qualitativ hochwertig gelingt.“
