Der Fall Wittenberg zeigt, warum Sachsen-Anhalt ein starkes WZI braucht. Nach Angaben der Landesregierung wurde offenbar nicht der Wolf erlegt, der als Verursacher von Nutztierrissen galt, sondern GW5506m. Solche Vorgänge schaffen Rechtsunsicherheit, verunsichern Jägerinnen und Jäger und schwächen das Vertrauen der Tierhalterinnen und Tierhalter. Die Antwort darauf kann nicht weniger Fachlichkeit sein. Die Antwort sind klare Daten, schnelle Verfahren und rechtssichere Entscheidungen.
Das WZI ist kein Luxusprojekt. Es verbindet Fachwissen, Rissbegutachtung, Herdenschutzberatung und Hinweise aus dem Ehrenamt. Auch der Freundeskreis freilebender Wölfe trägt zum Monitoring bei. Wer diese Struktur kappt, zerstört ein Netzwerk, das Sachsen-Anhalt für einen sachlichen Umgang mit dem Wolf braucht.
Der Wolf ist weiterhin geschützt. Abschüsse dürfen kein politischer Reflex sein. Sie brauchen belastbare Nachweise, klare Regeln und einen sauberen Vollzug. Die Vorstellung, man könne so lange schießen, bis irgendwann der richtige Wolf getroffen wird, passt nicht zu Landwirtschaft, Naturschutz und Rechtsstaat.
Weidetierhaltende brauchen weniger Papier, aber mehr praktische Hilfe. Das WZI muss besser aufgestellt werden, schneller erreichbar sein und enger mit den Höfen arbeiten. Wer die Höfe schützen will, stärkt Fachlichkeit. Wer nur Schlagzeilen jagt, lässt den ländlichen Raum allein.
