Niederdeutsche Sprache: Eine Regionalsprache stärken, ein Kulturgut schützen

23.05.2019

Ungewöhnliche Wörter waren heute aus dem Plenarsaal im Landtag zu hören. Es wurde in Platt geredet, denn die Koalitionsfraktionen haben auf Bestreben der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag zur Niederdeutschen Sprache beschlossen. Olaf Meister, Sprecher für Wissenschaft der Grünen Landtagsfraktion sagte auf Platt: „de Niederdüütsche Sprook weer lange Tied överall to höörn in de Noorden vun unse Land. Nu besteiht ober Gefohr, datt disse Kulturgut veschwinnen deit.“ Also sinngemäß: „Die niederdeutsche Sprache hat lange den Norden unseres Landes geprägt. Es besteht die Gefahr, dass sie verschwindet.“

„Wir müssen Niederdeutsch schützen und fördern, denn sie gehört zu uns im nördlichen Sachsen-Anhalt“, fordert Meister. „Wir müssen dafür sorgen, dass sie wieder besser an die nächsten Generationen vermittelt wird. Der Antrag stellt Bildungsangebote für den Erwerb und die Pflege des Niederdeutschen in den Mittelpunkt. Angebote in Kindertagesstätten und Grundschulen wollen wir unterstützen und fördern“, so Meister.

Er kündigte an, die Sprache im öffentlichen Raum wieder sichtbarer zu machen. „So soll, wie dies in anderen Bundesländern des niederdeutschen Sprachraums bereits möglich ist, Kommunen, die dies wünschen, die Möglichkeit eingeräumt werden, auf den Ortsschildern auch ihren niederdeutschen Namen zu führen.“

„Das Niederdeutsche ist kein Fall für nostalgische Betrachtungen. Es hat nur dann Zukunft, wenn es als lebendige Regionalsprache im normalen Alltag ankommt und besteht“, so Meister abschließend.

Ansprechpartnerin

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit und politische Kommunikation
0391 5604008