„Landesregierung muss Umweltbelastungen reduzieren“

15.02.2016

Statements der umweltpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Prof. Dr. Claudia Dalbert, zu möglichen Bergsenkungen infolge des Abbaus von Kalisalzen durch K+S:

 

„Die Senkungen in der Börde infolge des Kaliabbaus der Firma K+S in Zielitz um bis zu einen halben Meter sind kein Pappenstiel. Die Gelassenheit der Firma K+S kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich kann man Deiche höher ziehen und das Hinterland so vor Hochwasser schützen. Aber das eigentlich gefährliche ist doch das Grundwasser. Wenn sich der Boden absenkt, kommt das Hochwasser von unten. Noch dazu besteht das Risiko der Grundwasserversalzung. In direkter Nähe befindet sich das Grundwassergewinnungsgebiet in der Colbitz-Letzlinger Heide. Von dort wird die Stadt Magdeburg mit Trinkwasser versorgt. Hier besteht die Gefahr der Grundwasserversalzung."

 

„Hauptursache für die Absenkung der Geländeoberkante ist die Art des Abbaus: Beim Kammer-Pfeiler-Abbau werden breite Pfeiler im Untergrund zurückgelassen. Doch dies reicht nicht, um die gesamte Region auf dem ursprünglichen Niveau zu halten. Die Folge sind Absenkungen des Geländes. Die Versatzpflicht für den Kaliabbau in Zielitz muss durch das Land eingeführt werden. Dann müssten die Hohlräume mit dem Restmaterial des Kaliabbaus verfüllt werden. Dies ist in Kanada schon längst Stand der Technik. Vorteil dieser Methode wäre auch, dass die Kalihalden bedeutend kleiner wären. Dann müssten keine zusätzlichen Halden aufgeschüttet werden und sensible Gebiete wie das Landschaftsschutzgebiet Lindhorst-Ramstedter Forst müssten einer neuen Mega-Halde nicht weichen. Denn dies plant die Firma K+S außerdem, um ihre Abbautätigkeiten abzusichern. Die Landesregierung von Ministerpräsident Reiner Haseloff hat es bis jetzt leider versäumt, eine Versatzpflicht einzuführen, um die Umweltbelastungen auf ein Minimum zu reduzieren. Sie trägt daher eine Mitverantwortung für die bisherigen Schädigungen an unserer Umwelt und mögliche Bergsenkungen, mit denen noch Generationen zu kämpfen haben werden."

 

Ansprechpartner

Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Mathilde Lemesle
Referentin für Pressearbeit
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