KiföG: Regelwerk für die Kitas im Land

KiföG bedeutet: Kinderförderungsgesetz. Jedes Bundesland regelt die Kinderbetreuung eigenständig, daher gibt es 16 Landesgesetze. Diese legen fest wie viel Geld das Land, die Landkreise, die Gemeinden und die Eltern für die Kinderbetreuung aufbringen müssen. Sie regeln was Kitas leisten sollen, wer in Kitas als Fachkraft arbeiten darf und wie viel Stunden ein Kind Anspruch auf Betreuung hat. Auch zur inhaltlichen Arbeit gibt es Vorgaben etwa zur Förderung von Sprache und Motorik. Das jetzige Gesetz in Sachsen-Anhalt gilt seit 2012.


Wieso, weshalb, warum?

Was haben Kinder von der Kita?

Kitas sind Bildungseinrichtungen. Kinder werden dort nicht nur betreut, sondern können sich spielerisch bilden. Der Bildungsplan des Landes gibt dafür neun Bildungsbereiche vor, unter anderem Mathematik, Natur und Technik aber auch Musik und Kunst. Gleichzeitig bietet eine Kita einen regen Austausch mit Gleichaltrigen und fördert damit soziale Kompetenz. Dabei kann das Kind erste demokratische Erfahrungen sammeln. Etwa wie Entscheidungen in Gruppen getroffen werden, wie man gemeinsam Anliegen vertritt und natürlich auch wie Konflikte gelöst werden.

Was kostet die Kinderbetreuung die Eltern in Sachsen-Anhalt?

Den Elternbeitrag legen in Sachsen-Anhalt die einzelnen Gemeinden fest, daher schwankt die Höhe der Beiträge stark. In allen Gemeinden ist der Beitrag aber nach Betreuungsdauer gestaffelt und es gibt Ermäßigungen für Geschwisterkinder. Geringverdienende und Eltern in Ausbildung oder Studium bekommen die Beiträge erlassen. Im jetzigen Gesetz ist ein Höchstbetrag nicht vorgegeben. Die Gemeinden können maximal die Hälfte ihrer Kosten den Eltern auferlegen. Die Kosten der Verpflegung tragen die Eltern.

Warum keine pauschale Beitragsfreiheit?

Wir denken erst an die Verbesserung der Qualität in den Kitas und dann an das Portmonee der Eltern. Beide Schritte gleichzeitig sind für das Land finanziell nicht machbar.

Wer arbeitet in den Kitas?

Als Fachkraft arbeiten dürfen nur Personen mit einer einschlägigen Ausbildung. Insbesondere sind das staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher. Im KiföG ist festgelegt wie viele ErzieherInnen sich um wie viele Kinder kümmern. In der Krippe kommen in der Regel fünf bis sechs Kinder auf eine Erzieherin. In der Kita sind es zwölf bis dreizehn.

Warum wird das KiföG verändert?

Den offiziellen Auftrag das KiföG nachzubessern hat das Landesverfassungsgericht erteilt. Denn die technischen Regelungen zur Finanzierung sind teilweise verfassungswidrig. Dies hat die Landesregierung bis Ende diesen Jahres zu korrigieren.

Wofür setzen sich die GRÜNEN noch ein?

Auch inhaltliche Punkte machen eine Weiterentwicklung des KiföG nötig. Die sogenannte Fachkraft-Kind Relation in den Kitas in Sachsen-Anhalt ist noch lange nicht optimal. Eine Erzieherin oder ein Erzieher muss sich noch um zu viele Kinder kümmern. Daher können diese nicht immer individuell betreut und gefördert werden. Die Qualität der Bindung zwischen Erzieherin und Kind leidet darunter. Wir wollen daher mehr Personal in die Kits holen und den ErzieherInnen mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung verschaffen.

 

Viele Kinder in Sachsen-Anhalt wachsen unter schwierigen Bedingungen auf. Jedes fünfte Kind ist von Armut bedroht. Daher wollen wir Kitas mit vielen benachteiligten Kindern finanziell besonders unterstützen. Denn so geht Chancengerechtigkeit.

 

Die Elternbeiträge sind in manchen Gemeinden zu hoch. Daher braucht es gesetzliche Vorgaben, um die Beiträge zu deckeln. Eine Staffelung nach Einkommen wollen wir auf Machbarkeit hin prüfen.


Interessante Fakten

Video ABC: KiföG

Besuch in der Kita

Weitere Infos

Ansprechpartnerin

Cornelia Lüddemann
Cornelia Lüddemann
Fraktionsvorsitzende, Sprecherin für Soziales, Familien, Kinder und Jugendliche, Frauen, Gesundheit, Arbeit, Migration, Verkehr und Infrastruktur, Landesentwicklung, Wohnungspolitik und Senioren
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