Soziales und Ökologie zusammen denken


„Was braucht es für eine sozialverträgliche Energiewende?“. Das war die Frage des zweiten Werkstattgesprächs „Wege aus der Klimakrise“ der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Ende April im Landtag stattfand. „Für uns steht außer Frage, dass wir die Energiewende brauchen, um die Klimakatastrophe abzumildern. Und die Energiewende sollte ein Gewinn für alle sein, unabhängig vom Geldbeutel“, sagt Cornelia Lüddemann, Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Wir müssen politisch mehr steuern, damit nicht die Verfügbarkeit oder das ‚sich Leisten können‘ von Energie oder Wärme zu neuen sozialen Verwerfungen führt.“

 

 

50 Interessierte folgten zunächst zwei Fachvorträgen. Prof. Dr. Michael Opielka erläuterte, wie die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Soziales“ unterschiedlich verstanden werden. Denn bevor ein Problem in Angriff genommen werden kann, müssen die Begriffe klar definiert sein.

 

Den Rechtsrahmen der Energiewende stellte Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht vor. Er machte deutlich, dass ohne Wärmewende keine Energiewende und kein Klimaschutz möglich seien. Dafür sei der Rechtsrahmen aber weiter zu entwickeln. „Die bisherigen Instrumente der Wärmewende wie Gesetze und Verordnungen sind deutschlandweit nicht konsistent, teilweise lückenhaft und offensichtlich nicht leistungsfähig“, stellte Müller fest.

Er blickte auch auf die Energiearmut. „Die Energiearmut trifft Menschen, die auch sonst wenig haben. Hier entstehen keine neuen Probleme, sondern die steigende Energieausgaben verschärfen die bestehenden Probleme“, so Müller. Er wies auf die Möglichkeit hin, die Hartz-IV-Sätze für Heizung und Warmwasser sowie das Wohngeld anzupassen.

 

 

Über die Themen ökologischer Wohlfahrtstaat, faire Wärme, Geräteeffizienz, Strompreise und Mobilitätswende tauschten sich die Teilnehmer im Anschluss an Stehtischen. Besonders gut angenommen wurde der Smoothie-Fahrrad. Mit eigener Bein-Energie statt Strom konnten die Besucherinnen und Besucher ihre Fruchtgetränke selbst mixen.

 

„Das Soziale und das Ökologische müssen stets zusammen gedacht werden, auch wenn das mitunter schwer sein kann. Persönlich haben mich  besonders die Ausführungen von Professor Opielka motiviert. Denn auch ich sehe die Energiewende als konkreten Ansatz zur Beförderung sozialer Transformation. Dabei werden die soziale Frage und die Ökologie in einer Frage zusammengeführt, nämlich: wie können wir alle gut auf diesem Planeten leben?‘“, fasst Lüddemann zusammen. Sie kündigte an, die Reihe des Werkstattgesprächs „Wege aus der Klimakrise“ fortzuführen mit dem Schwerpunkt Klima in der Stadt.

 

Ihre Abgeordneten

Cornelia Lüddemann
Cornelia Lüddemann
Fraktionsvorsitzende, Sprecherin für Soziales, Familien, Kinder und Jugendliche, Frauen, Gesundheit, Arbeit, Gleichstellung, Verkehr und Infrastruktur, Landesentwicklung, Wohnungspolitik und Senioren
0391-5604004
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