Müll vermeiden schützt Klima und Ressourcen

15.11.2017

Klima und Umwelt richtig schützen: Das geht nur, wenn Lebensmittel und Ressourcen weniger verschwendet werden. Darüber waren sich alle Besucher der Veranstaltung „Weniger ist mehr – Themenabend zur Müllvermeidung“ am Ende einig. Die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN war vor Ort im Unverpackt-Laden „Frau Ernas loser Lebensmittelpunkt“ in Magdeburg, um konkrete Beispiele zu zeigen, wie jede und jeder seinen Müll reduzieren kann.

Ein Einkauf ohne Verpackung ist seit kurzem in der Landeshauptstadt möglich. Die Lebensmittel, wie zum Beispiel Nudeln, Reis, Cornflakes, lagern in großen länglichen Behälter wie kleine Silos. Die Kundinnen und Kunden bringen ihren eigenen Behälter mit und füllen diese mit der gewünschten Menge auf. So entstehen weder Verpackung noch überschüssige Lebensmittel, die danach sonst weggeworfen würden. Auch Hygieneprodukte lassen sich ohne Verpackung kaufen und Reinigungsmittel können selber gezapft werden. „Ich frage mich wirklich, ob die Gurke wirklich nochmal eingeschweißt oder jedes einzelne Bonbon umwickelt werden müssen?“, sagte Wolfgang Aldag, umweltpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion im Hinblick auf die Unmengen an Verpackung, die bei einem konventionellen Einkauf anfallen.

 

 

Ein weiteres Thema in der Diskussion war die Verschwendung von Lebensmitteln im privaten aber auch im gewerblichen Bereich. „warum kaufen wir Großpackungen im Supermarkt und werfen dann die Hälfte weg?“, fragte Aldag. Eva Merkel, Abteilungsleiterin Abfallwirtschaft im Landesumweltamt, unterstützte ihn dabei. "Jede und jeder wirft nahezu 200 bis 250 Euro im Jahr in den Müll", erklärte sie. Ralf Weigt stellte die Initiative "Lebensmittel retten" vor. Mit einem ausgefeilten Netzwerk aus Abholstationen, Transportketten und Ehrenamtlichen wurden im vergangenen Jahr rund 40 Tonnen Lebensmittel vor dem Mülleimer bewahrt. Aldag lobte die verschiedenen Initiativen zur Müllvermeidung. „Sie tragen dazu bei, Alternativen im Konsum und Verbrauch anzubieten und diese bekannt zu machen.“

 

Wolfgang Aldag resümierte: "Zweifellos stehen wir beim Verpackungswahnsinn und angesichts fortlaufender Lebensmittelverschwendung vor großen Herausforderungen. Wir müssen Menschen und Wirtschaft noch stärker dafür sensibilisieren, dass Produktion, Transport und Verpackung von Lebensmitteln eine Belastung für unsere Umwelt sind. Ich als Politiker appelliere an meine Kolleginnen und Kollegen, als gute Beispiele voranzugehen und auf mehr Nachhaltigkeit bei Waren des täglichen Bedarfs zu achten.“ 

 

 

Wolfgang Aldag
Wolfgang Aldag
Sprecher für Natur- und Umweltschutz, Klimaschutz, Bildung und Kultur
0391-5604023
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