eSports: Phänomen oder echter Sport?

Unsere Welt verändert sich. Auch der Sport. Wie in zahlreichen anderen Lebensbereichen nimmt auch hier die digitale Technik immer mehr Raum ein. Aber nicht nur: Auch die Technik selbst wird zum Sport. eSports hat seit wenigen Jahren eine rasante Entwicklung genommen. 

 

Was ist eSports?

eSport ist die Abkürzung für elektronischer Sport. Beim eSport werden Videospiele, egal ob auf dem PC oder auf einer Konsole, als Wettbewerb gespielt. Ein sportlicher Wettkampf zwischen Menschen. Nicht im Stadion, sondern vernetzt gespielt. In anderen Sportarten werden dafür Schläger, Bälle, Schachbretter oder andere Gegenstände benutzt, bei eSport sind es Computerspiele. Die verschiedensten Genres und Disziplinen gehören dazu wie zum Beispiel Fußball, Autorennen oder Actionsspiele. Spiele werden entweder alleine oder als Mannschaft gespielt und gewertet. 

 

Und was ist daran Sport?

eSports orientiert sich an sportlichen Grundwerten, denn es geht um Wettbewerb zwischen Menschen. Wer im Rahmen eines Wettkampfs spielt, muss wie ein normaler Sportler trainieren, um ein Turnier erfolgreich durchstehen zu können. Die Koordination der Hände mit den Augen ist ein wichtiger Faktor für eine schnelle Reaktion. Spieler brauchen eine gute räumliche Orientierung und sie müssen körperlich fit sein. Im Hochleistungsbereich von E-Sports ist ein tägliches mehrstündiges Training der motorischen Fähigkeiten notwendig. Darunter zählen Konzentration, taktische Ausrichtung und Kommunikation. 

 

Ist eSports ein Trend?

Eindeutig ja. Nicht nur für die grüne Landtagsfraktion. Das belegen auch die Zahlen (siehe Grafik). In Deutschland haben mehrere Fußball-Bundesligisten eigene eSport-Abteilungen gegründet. Das renommierte Sportmagazin Kicker berichtet im Internet ausführlich über eSports und deren Ergebnisse. In Magdeburg hat sich Mitte 2016 der Verein Magdeburg eSports e.V. gegründet in einem Jahr über 100 Mitglieder dazu gewonnen. Dies zeigt, dass dieser Trend längst auch in Sachsen-Anhalt gekommen ist.

 

Was will die Fraktion für eSports tun?

Wir setzen uns dafür ein, dass E-Sports als Sport von dem Gesetz erkannt wird. Ein wichtiger Grundstein dafür ist die Anerkennung der Gemeinnützigkeit der eSport-Vereine. Schach, Dart und Billard sind bereits als gemeinnütziger Sportart anerkannt. 

 

Wieso müssen die eSports-Vereine als gemeinnützige Vereine anerkannt werden?

Ohne Gemeinnützigkeit können die eSport-Vereine viele grundlegende Tätigkeiten eines Vereins nicht ausfüllen Im Bereich Finanzen sind sie stark eingegrenzt: Sie können keine Förderung beantragen, keine Spendenquittung ausstellen, was mögliche Spender abschreckt, und haben Nachteile bei den Steuern. Auch für die Mitglieder ist die Gemeinnützigkeit von Bedeutung: die ehrenamtliche Arbeit wird sonst nicht anerkannt. 

 

Kann sich die Fraktion nicht um wichtigere Themen kümmern?

Unsere Kernthemen wie Klimaschutz, Kampf gegen Altersarmut und Chancengleichheit für Kinder bleiben wichtig. Aber die Entwicklung der Gesellschaft darf die Politik nicht verschlafen, so auch bei eSports. Ein Niederschlag in der Politik findet das Thema aber bisher kaum, obwohl es mehr als überfällig ist.

 

Unsere Fraktion ist hier Vorreiter in Sachsen-Anhalt. eSport ist sehr beliebt und wird sich weiter in der Gesellschaft verankern. Die Etablierung als Sportart geht auch hier einher mit einer gesellschaftlichen Verantwortung.

 

AlohaWorld / pixabay.com