Die beabsichtigte Neueinrichtung einer Gemeinschaftsunterbringung in Haldensleben (Landkreis Börde) stößt innerhalb der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Kritik der Landtagsfraktion. Dazu erklärt Sören Herbst, der flüchtlings- und migrationspolitischer Sprecher:

„Der Bau neuer Massenunterkünfte für Flüchtlinge ist falsch und führt in die integrationspolitische Sackgasse. Die Antwort auf kriegs- und krisenbedingte Flüchtlinge liegt nicht in neuen Sammelunterkünften, sondern in der Bereitstellung des längst in allen Landkreisen vorhandenen Wohnraums. Leider fehlt hier bislang der politische Wille um dies ernsthaft umzusetzen.“

„Insbesondere der Landkreis Börde beweist seit Jahren Desinteresse am Schicksal von Flüchtlingen. Anders ist es nicht zu erklären, dass in alten Grenztruppen-Kasernen in Harbke seit Jahrzehnten Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen abseits der Zivilisation isoliert leben müssen. Der Landkreis darf die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Antwort auf unsere Große Anfrage zum Thema Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt hat ergeben, dass der Landkreis Börde im Jahr 2012 74 Prozent der Flüchtlinge in Harbke untergebracht hat. Heute sind es nur noch 64 Prozent. Diese vorsichtig positiven Zahlen zeigen, dass trotz steigender Zahlen von Asylsuchenden auch im Landkreis Börde eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen möglich ist. Allerdings hat der Landkreis Börde bis heute nicht deutlich gemacht, wie und wann er die katastrophale Situation in Harbke beenden wird. Insbesondere die in Harbke untergebrachten Familien mit Kindern leiden unter den erdrückenden Zuständen.“

„Es braucht schleunigst eine Ausstiegsstrategie, denn die Schließung des Sammellagers ist überfällig. Zusammen mit privaten WohnungseigentümerInnen und Wohnungsgenossenschaften muss ein ernsthafter Plan her, wie dem Wohnungsleerstand im Bördekreis zum Nutzen von Asylsuchenden begegnet werden kann.“

Themengebiete:
„Wohnungsleerstand nutzen und Sammelunterkünfte schließen“

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Pressesprecher

Udo Mechenich
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